Kunst am Bau
Stephan Schenk
Asketisch stilles Suchen nach der Offenbarung der Welt hinter der Linse des Fotoapparates: Stephan Schenk fällt innerhalb der zeitgenössischen Fotografie - und dies darf im positiven Sinne fast schon als untypisch bezeichnet werden - nicht durch Effekthascherei auf, sondern durch seine Geduld und das sorgfältige Komponieren der Landschaftswiedergabe. Mag dies zunächst auf eine rein dokumentarische Schaffensweise schliessen lassen, so zeigen seine Arbeiten in ihrer Stillen Subtilität doch weit mehr, als Landschaften ohne künstlerische Annahme und Wiedergabe offenbaren. Zum einen Leben Stephan Schenks Fotografien so von einer meditaiv stimmenden Schönheit, zum anderen deckt er auf behutsame Weise Eigenheiten von Landschaften auf. Man könnte seine Fotografie als bis inds Wortlose zurückgenommene visuelle Lyrik bezeichnen. Stephan Schenk wurde 1962 in Stuttgart geboren. Er lebt und arbeitet heute in Lüen.
Schwerpunkt seiner Künstlerischen Tätigkeit bildet die Landschaftsfotografie. Seine Werke sind in verschiedenen öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten, regelmässig macht er auch mit Ausstellungen auf sich aufmerksam. Seine Werke finden sich unter anderem auch im öffentlichen Raum, etwa am Hauptsitz der Graubündner Kantonalbank oder Stuttgarter Volksbank (Stuttgart). Schenk hat im Rahmen des Wettbewerbs für professionelles Kulturschaffen des Kantons Graubünden 2007 einen Werkbeitrag und überdies in diesem Jahr den Kunstpreis des "Südostschweiz" erhalten.
Der Gangbereich des 3. Obergeschosses wird mit 18 Fotografien von Stephan Schenk, bespielt.
- Great Ocean Road, Australien, 2003 (gesponsert)
- Port Germein Getty, Australien, 2003 (gesponsert)
- Dog Fence, Australien, 2003 (gesponsert)
- Coober Peddy, Australien, 2003 (gesponsert)
- Tennant Creek, Australien, 2003 (gesponsert)
- Mamukala Wetlands, Australien, 2003 (gesponsert)
- Lee Point, Australien, 2003 (gesponsert)
- King Leopold, Australien, 2003 (gesponsert)
- Derby Wharf, Australien, 2003 (gesponsert)
- Rimini, 2003
- Eighty Mile Beach, Australien, 2003 (gesponsert)
- Pinnacles, Australien, 2003
- Nullarbor Plain, Australien, 2003 (gesponsert)
- Mecklenburger Seenplatte, Deutschland 2007 (gesponsert)
- Coney Island, USA, 2007 (gesponsert)
- Pazifikküste, USA, 2008 (gesponsert)
- Joshua Tree N.P., USA, 2008 (gesponsert)
- Cape Keraudren, Australien, 2003 (gesponsert)
- Material, Technik: Farbfoto
- Masse: 90 x 120 cm
- Rahmung: Eiche schwarz, nicht passepartouriert, entspiegeltes Glas, 10 mm Profil
- Spezialpreis Flury Stiftung pro Werk: 3'000.--
Thomas Popp
Zurückhaltend erscheinen die Fotografien von Thomas Popp, die in den Gangbereichen des ersten Obergeschosses zu sehen sind. Da wird keine romantische Idealisierung spürbar, deutet nicht auf eine existentielle Exponiertheit des Fotografen in der Natur hin oder auf eine Kraftprobe des Künstlers mit den Urgewalten. Thomas Popps Fotografienerscheinen eher wie zufällige Schnappschüsse. Doch arbeitet der in Davos wohnhafte Künstler seit Jahren nach einem festen Regelwerk, zu dem beispielweise auch die idealen Lichtverhältnisse mit einer Farbtemperatur von 5500 Kelvin gehören, Lichtverhältnisse, die eine möglichst wirklichkeitstreue Wiedergabe von Landschaften ermöglichen. Dabei nutzt Thomas Popp die technsichen und künstlerischen Möglichkeiten der Fotografie aber eben nicht zur Projektion von Gefühlen oder Gedanken in die Landschaft. Er lässt viel mehr die Landschaft selbst sprechen - und sagt dabei nicht einmal, ob und wie die Landschaft überhaupt sprechen kann oder soll. Gerade dadurch wird die Landschaft aber von kunsthistorischen Konstruktionen befreit - womit sich auch das Verhältnis des Betrachters zum Bild zwangloser gestaltet und die landschaften auf wunderbare Weise frei begehbar werden.
Thomas Popp wurde 1966 in Arbon geboren, Studium der Fotografie bei Bernd Becher in Düsseldorf, wohnt und arbeitet in Davos Frauenkirch. Thomas Popp hat verschiedene wichtige Stipendien und Förderpreise erhalten, darunter einen Werkbeitrag des Kantons Graubünden. Seine Werke sind in verschiedenen wichtigen Kunstsammlungen im In- und Ausland vertreten.
Der Gangbereich des ersten Obergeschosses wird mit 16 Arbeiten des Fotografen Thomas Popp bespielt.
- Panixerpass 1995 (gesponsert)
- Julierpass 2007 (gesponsert)
- Svartdalen 1999 (gesponsert)
- Servoz 2006 (gesponsert)
- San Pedro de Muel 2002 (gesponsert)
- Snaefellsnes 1996
- Seelisberg 2001
- Milano 2006 (gesponsert)
- Paris 2001 (gesponsert)
- Mont Blanc 2006 (gesponsert)
- Grand St. Bernhard 2006 (gesponsert)
- Timmelsjoch 2000
- Bogarness 1996
- Grindelwald: Eiger 2002
- Palüsee (gesponsert)
- Tinizong (gesponsert)
- Material, Technik: C-Print
- Masse: 80 x 100 cm (ohne Rahmen)
- Rahmung: Eiche natur, passepartouriert, entspiegeltes Glas, 16 mm Profil
- Spezialpreis Flury Stiftung pro Werk: 4'000.--
Stefan Rüesch
Kunst, die lediglich mit horizontalenund vertikalen Linien auskommt: Stefan Rüesch greift in seinem Schaffenauf die elementarste geometrische Form zurück, er benutzt nur Geraden. Das Archaische seiner Arbeiten mutet dabei auf erstaunliche Weise höchst modern an, zumal es formal an einen digitalen Bildaufbau erinnert. Die Darstellung einer schematisierten Umwelt scheint damit in einer spannungsvollen Beziehung zu Popelementen der Werbewelt oder auch zur Simulations- und Computerästhetik zu stehen.
Allerdings wählt Rüesch die geometrische Fragmentierung der Umwelt keineswegs zur Reduktion von Bildinhalten wie in der Werbung üblich, sondern schafft umgekehrt gerade durch diese Beschränkung auf die archaische Bildstruktur höchst poetische Werke. Zum einen liegt dies am Blick des Malers auf die Umwelt, in dem sich eine naturalistische Detailtreue auch in der Umsetzung offenbart, zum anderen am gestalterischen Können, mit dem die Landschaft neu und auf elementare Weise begriffen wird - auch bezüglich der Tiefenwirkung und Farbgebung, die sich über die geometrische Struktur erst recht zu ergeben scheint - und zugleich beinahe ehrlicher anmutet als ein visuelles Spiel mit Farbverläufen und verschwimmenden Linien.
Stefan Rüesch, geboren 1963, lebt und arbeitet in Rhäzüns. Er hat diverse Austellungen in Graubünden und der Schweiz zu verzeichnen, weiter hat er unter anderem vom Kanton Graubünden 2006 ein Atelierstipendium in Berlin erhalten und im Rahmen des Wettbewerbs für professionelles Kulturschaffen 2006 und 2008 zwei Werkbeiträge zugesprochen bekommen. Rüesch ist Träger des "Kunstpreises der Südostschweiz" und des "Premi Cultural Ftan". Werke des Künstlers sind vom Kanton Graubünden und der Stadt Chur angekauft worden, er ist auch in der Sammlung des Bündner Kunstmuseums vertreten. Im Bereich Kunst und Bau hat er u.a. Werke für das Ospidal Val Müstair geschaffen.
Der Gangbereich des 2. Obergeschosses wird mit 14 Arbeiten des Malers Stefan Rüesch, bespielt.
- Landschaften 2008 / 2009
- Material, Technik: Acryl auf Leinwand
- Masse: 160 x 120 cm
- Spezialpreis Flury Stiftung pro Werk: 5'000.--
(Zwei Bilder bisher gesponsert)
Wiedemann / Mettler
Pascale Wiedemann und Daniel Mettler
Künstlerpaare faszinieren. Es drängt sich bei ihnen nicht nur die Frage auf, wie gross der jeweils individuelle Anteil am künstlerischen Prozess ist, sondern auch, inwiefern das Werk die persönliche Beziehung widerspiegelt – besonders wenn das Künstlerpaar auch privat ein Paar ist, wie das bei Pascale Wiedemann und Daniel Mettler der Fall ist.
Pascale Wiedemann (1966) studierte Produktegestaltung an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Zürich und Bühnenbild an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien. Sie arbeitete als Künstlerin für Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland, erhielt verschiedene Stipendien und Förderpreise, realisierte Kunst am Bau Projekte und Bühnenbilder sowie Filmausstattungen. Daniel Mettler (1965) studierte Architektur an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich. Nebst seiner Tätigkeit als freier und mitarbeitender Architekt betreute er verschiedene Projekte (Lehre und Forschung) am Lehrstuhl von Prof. Mario Campi am Departement für Architektur an der ETHZ.
Die beiden arbeiten seit 2001 zusammen und stellen seit 2002 gemeinsam aus. Ihre Themen sind aus dem alltäglichen Leben gegriffen. Sie basieren auf persönlichen Beobachtungen, welche die Künstler in Denkbilder transformieren, die eine allgemeine Aussagekraft haben. Wiedemann/Mettler geben einen verschlüsselten Kommentar zu gegenwärtigen, gesellschaftlichen Problemen ab. Das gemeinsame Werk ist geprägt von technischer und handwerklicher Perfektion sowie äusserst präzise eingesetzten ästhetischen Reizen. Wiedemann/Mettler arbeiten bevorzugt mit inszenierter Fotografie und verfremdeten Alltagsobjekten. Ihr vielfältiges Oeuvre umfasst nüchterne fotografische Tableaux genauso wie ethnologisch interessierte Aufnahmen von den Stationen ihrer Reisen.
- 12 x "Gaia" Bilder (Orginalgrösse 90 x 120 cm)
- 1 x "zum Himmel" (Orginalgrösse 120 x 160 cm)












































