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Heimseelsorger Pfr. Andreas Rade

Pfr. Andreas Rade

Meine Tätigkeit im Altersheim Klosters zeichnet sich hauptsächlich durch zwei Punkte aus:
Seelsorge und Gottesdienst. Der Schwerpunkt liegt aber im Bereich der Seelsorge. Diesen Begriff fasse ich in diesem Zusammenhang bewusst weit auf. Einmal die Woche besuche ich die Bewohnerinnen und Bewohner des Heimes. In der Regel finden diese Besuche am Mittwoch Vormittag statt. Dieser Vormittag gestaltet sich so, dass ich zuerst die Bewohner, welche im Esssaal frühstücken, begrüsse und ein paar Worte mit ihnen wechsle. So weiss sowohl das Personal als auch die Bewohner, dass ich im Hause bin. Zudem erfahre ich bereits, was sich im Verlauf der Woche ereignet hat und erhalte Informationen über das Wohlergehen der einzelnen Personen. Dabei zeigt sich, bei wem ich besonders vorbeischauen sollte. Anschliessend an diese ersten Kontakte besuche ich die Pflegeabteilung. In der Zwischenzeit hat sich dort eine Gruppe von gesangsfreudigen Frauen und Männern gebildet, mit welchen ich Kirchenlieder und Volkslieder singe. Wir schauen regelmässig den einen oder anderen Liedtext genauer an und ich eröffne den biblischen Hintergrund. So erleben wir Gemeinschaft und die Eigenressourcen werden gestärkt. Erfreulich ist, wenn diese Gruppe im weiteren Verlauf des Vormittags selbständig weitersingt und die Gemüter erheitert. Nach dem Zusammensein in der Gruppe suche ich verschiedene Bewohner in ihrem Zimmer auf. Von den Angestellten erhalte ich zuweilen Informationen über Personen, welche einen Besuch besonders erwünschen. Schwerpunktmässig werden dabei Personen besucht, welche durch ihren gesundheitlichen Allgemeinzustand auf Pflege angewiesen sind und keine Möglichkeit mehr haben, ihr Zimmer selbständig zu verlassen. Die Zeit der individuellen Besuche wird unterbrochen durch meine Präsenz bei der morgendlichen Stationssitzung und der anschliessenden Kaffeepause. Dort erhalte ich Einblick in die gesundheitliche und psychische Verfassung der Bewohner. Zudem ergeben sich Gespräche mit den Mitarbeitenden. Diese erachte ich als sehr wichtig, da es bei der Arbeit des Heimseelsorgers nicht nur um die Bewohner, sondern auch um die betreuenden Personen geht. Der Kontakt mit den Mitarbeitenden ist auch insofern relevant, dass sie in Krisensituationen an das Angebot des Heimseelsorgers denken. Dazu gehören ebenfalls spontane Gespräche mit Mitarbeitern des Technischen Dienstes, des Hauswirtschaftlichen Bereiches und des Rettungsdienstes. Neben dem Schwerpunkt der Seelsorge bin ich in den Gottesdienstplan der Dorfpfarrer im Alters- und Pflegeheim eingeteilt. Zur Arbeit des Heimseelsorger gehört auch die Betreuung in Krisensituationen. Dass diese nicht immer während eines wöchentlichen Besuches bewältigt werden können, ist klar. So kommt es manchmal vor, dass der Seelsorger ausserhalb dieser Zeiten aufgeboten wird. Als Seelsorger im Heim bin ich eine privilegierte Person. Es ergeben sich regelmässige Kontakte, welche zum Teil wöchentlich gepflegt werden können. Als Seelsorger darf man sich Zeit nehmen. Das schafft Vertrauen. Ich bin gespannt auf die weiteren Begegnungen und freue mich darauf!